Der kleine Ranzendoktor

Schulranzen müssen im Schulalltag so einiges aushalten. In der Regel nehmen sie so einiges hin, was mit ihnen veranstaltet wird. In seltenen Fällen geht aber auch mal ernsthaft was kaputt, was aber zum Glück bei den superstabilen Scouts kaum vorkommt.
Das ist um so bedauerlicher, wenn man an dem Teil hängt oder es sich um ein inzwischen selten gewordenes, altes Modell für die Sammlung handelt, an dem nur ein Teil gebrochen ist. In der Regel lassen sich bei den alten Scout-Modellen alle Mängel an gebrochenen Kunststoffteilen durch Austausch beheben. Voraussetzung ist aber, dass man sich ein ähnliches Ranzenmodell besorgt, das die Ersatzteile spendet. Zerrissenes Nylongewebe allerdings ist nicht fachgerecht reparabel. Solch ein Scout ist dann reif für den Müll.

Bauteile, die beim Scoutranzen kaputtgehen können sind:
- die zylindrischen Kunststofffüße der alten Modelle
- die Gurtaufhängung und die Gurtverstellungen
- die Schnappschlösser
- der Wiegegriff
- Korpusteile, wie der z.B. Deckel
- bei Scoutmodellen vor 1984 löst sich häufig die Schaumstoffpolsterung am Rückenteil auf
- die Etiketten

In der Folge führe ich einige Reparaturtipps für die alten Modelle auf, mit denen die vorgenannten Schäden beseitigt werden können. Im schlimmsten Fall läßt sich sogar der ganze Kompaktkern auswechseln, dies ist aber sehr aufwendig. Endziel muss immer sein, dass die Reparatur im Anschluss nicht sichtbar ist und der Ranzen originalgetreu wiederhergestellt ist.

Rückenpolsterung und Gurte auswechseln
Etikett auswechseln
Schnappschlösser auswechseln
gebrochenen Deckel wechseln
Schimmel und Verspakungen beseitigen

Als Ersatzteile-Spender wird ein ähnlicher Ranzen benötigt, der entsprechend zerlegt werden muss. Das ist immer schade, wenn man einen tollen Scout unwiederruflich zerstören muss, aber viele der seltenen Uralt-Modelle können nur über Ersatzteilgewinnung gerettet werden. Die Anbauteile der einfarbigen 80er Jahre Ranzen sind oft die selben, die bis Ende der 90er verwendet wurden. Solche Ranzen findet man dann deutlich häufiger z.B. bei Internetauktionen oder auf Flohmärkten.



Mitunter müssen nicht nur die Anbauteile sondern auch die Gurte erneuert werden, z.B. wenn die Gurtverstellungen gebrochen sind oder die Beschichtung der Filzunterlegung sich bei ganz alten Modellen auflöst. Für solche Ablösungen und Enthaftungen ist immer ein auswandern der Weichmacher verantwortlich, der Schaden ist also altersbedingt. Die ersten 80er Jahre Scouts hatten grundsätzlich die gelb- schwarzen Gurte. Ranzen zur Ersatzteilgewinnung wären somit z.B. der Swing, Pop, Crazy Zoo, Dino. Die späteren Einfarbigen 80er- Modelle in neon und pastellfarben benötigen vielfach Gurte in grün-weiss-rot. Die Ersatzspender dafür können z.B. Sunny und City sein.

Der zerlegte Scout kann als Wertstoff im gelben Sack entsorgt werden, receyclingfähig sind aber nur die Polypropylen-Kunststoffteile, also der Kompaktkern und die weißen oder gelben Anbauteile. Die Gurte und das Nylongewebe können nicht receyclet werden und müssen vorher entfernt und dann im Restmüll entsorgt werden.



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